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STRATEGIE
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Sie
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heute als morgen? Wenn das Ihr Ziel ist, sind Sie hier auf der
falschen Homepage. Ersparen Sie sich die Mühe, weiter zu
lesen!
Einleitung In einem effizienten und perfekten Markt besäße jedes Unternehmen einen zu jeder Zeit fest definierten Aktienkurs. Das Gewinn- und Umsatzwachstum, die Marktstellung, der Cash-Flow und alle anderen Unternehmensmerkmale würden in den aktuellen Aktienkurs einfließen und das Unternehmen, auch im Vergleich zur Konkurrenz, fair bewerten. Nur leider existiert ein solcher perfekter Markt nicht! Die Realität sieht anders aus - das Börsengeschehen ist von ständigen Über- und Untertreibungen geprägt. Die Einführung des Neuen Marktes in Deutschland führte zu einer völlig neuen Dimension der Überreaktionen. Fundamentale Kriterien rückten zunehmend in den Hintergrund - was von nun an die Aktien-Kurse anheizte, war Phantasie und Werbung. Es genügte schon mit Begriffen wie "Internet", "eCommerce" oder "Biotechnologie" Schlagzeilen zu machen, um die Kurse anzutreiben. Die New-Economy, wie sie so schön heißt, konnte immer mehr Kleinanleger in ihren Bann ziehen. Viele Investoren fühlen sich mit Performance-Ergebnissen von mehreren hundert Prozent im Jahr schon wie kleine Götter - meinen gar, der Boom würde niemals enden. Als wir im März diesen Jahres einen Einbruch von 40% miterleben durften, war das Gejammer groß. Viele Anleger scheinen zu vergessen, daß sich der Aktienkurs auch nach dem Mini-Crash, seit Anfang 1999, fast verdoppelt hat! Ich kenne keinen Aktienfonds, der es langfristig geschafft hat, eine solche Performance zu halten! Wer glaubt, daß der Neue Markt auf dem jetzigen Niveau von 5500(19.09.00) günstig bewertet ist, der liegt gewaltig falsch. Gemessen am Gewinn sind die Unternehmen über 10 mal so hoch bewertet wie die OldEconomy! Wachsen denn auch die NEMAX-Unternehmensgewinne 10 mal so schnell? Wohl kaum, wenn man bedenkt, daß allein über ein Drittel aller dort gelisteten Werte dieses und nächstes Jahr einen Verlust erwirtschaften werden... Die Antizyklische Aktienstrategie Seit
einigen Jahren suche ich nach einer Strategie, um von solchen
Übertreibungen zu profitieren. Mein Ziel ist eine hohe Rendite
bei kleinem Risiko und geringer Volatilität.
Haben
Sie ihre Fonds schon einmal mit anderen verglichen? Wenn nicht,
sollten Sie es dringend nachholen. Und für dieses schlechte
Depotmanagement bezahlen Sie auch noch Ausgabeaufschlag und
Managementgebühren! Eine uninteressante Aktie oder ein ganzer Markt beginnt aufgrund positiver Nachrichten zu steigen. Die Mehrzahl der Investoren ist jedoch nach wie vor skeptisch. Warum sollte sich ein lang andauernder Aufwärtstrend etablieren? Ungläubig und bärisch eingestellt, beobachtet die Mehrzahl der Investoren die langsam steigende Aktie. Langsam ändert sich die Meinung der Menschen über die Aktie. Fondsmanager beginnen zu investieren und positive Analystenberichte locken immer mehr neue Investoren an. Diese Zukäufe beflügeln den Aktien-Kurs. Jeder Kursrückgang wird als Kaufgelegenheit zu immer neuen Kurshöhen angesehen - man ist von dem anhaltenden Aufwärtstrend überzeugt. Die Stimmung ist bullisch - sie kann euphorisch werden. Vor allem Kleinanleger, die bis jetzt vergebens auf billige Einstiegsgelegenheiten gewartet haben, wollen endlich mit vom Boom profitieren und engagieren sich. Viele Kaufempfehlungen bestärken sie in ihren Käufen. Negative Meldungen und warnende Stimmen werden ignoriert oder verspottet. "Diesmal ist alles anders" - Stimmen werden laut. "Kaufen Sie einen Baum und sehen sie zu, wie er 20 Meter, 50 Meter, 500 Meter hoch wächst. Das ist ein todsicheres Investment, um das sie sich nie wieder zu kümmern brauchen".
Diese Entwicklung wird genau so lange andauern, wie genügend
flüssiges Kapital für weitere Zukäufe zur Verfügung steht. Ohne
weitere Engagements - keine steigenden Aktienkurse... Mittlerweile hat die Mehrzahl der Investoren die Aktie abgestoßen. Eine Verkaufsempfehlung jagt die nächste - immer mehr negative Meldungen werden laut. Positive News werden unterbewertet. Die Masse ist vollkommen bärisch eingestellt. Völlig entmutigt entschließt sich jetzt auch unser Pechvogel zu verkaufen - er hat es buchstäblich satt, mit dieser ....-Aktie Verluste zu machen!
Zu diesem Zeitpunkt haben es alle, die verkaufen wollten, getan.
Ohne Verkäufe wird ein Aktienkurs nicht weiter sinken. Der Tiefststand
ist erreicht - wohlgemerkt haben wir es jetzt mit einer extremen
Überreaktion nach unten zu tun. Jetzt fehlen ein paar aufmunternde
fundamentale Zahlen oder erste positive Einschätzungen und die
Anleger bemerken wie "billig" diese Aktie ist. Der
Kreislauf kann von vorn beginnen....
Edwin
Lefevre sagte einmal: "an der Wallstreet wiederholt sich die
Geschichte ständig". In einer von Furcht getriebenen Baisse
geht die Masse fast immer genausoweit wie in einer von Gier
getriebenen Hausse. Die Hochs und Tiefs sind dabei Extreme,
die über alle rationalen Erwartungen hinaus gehen. Im Extremfall
kann sich solch eine Übertreibung zur Manie ausweiten (z.B.
Tulpenmanie). Wer glaubt, daß die Anleger aus solchen Erfahrungen
lernen, irrt. Immer wieder kann man Übertreibungen beobachten:
Ob die aktuelle Hightech-Euphorie (Internet, Biotechnologie,
Telekommunikation) oder die Überreaktionen im Asiatischen Raum
- es existieren ständig Extrembewertungen. Aus diesen Erkenntnissen
entwickelte sich die Antizyklische Investitionsstrategie. Der
Antizykliker investiert bevor Aktien steigen und nicht danach.
Er verabscheut die Herdenmentalität der meisten Anleger und
kauft wenn das "Blut in den Straßen fließt". Getreu dem Motto:
"kurz vor der Dämmerung ist die Nacht am dunkelsten" investiert
er in extrem unterbewertete Unternehmen in die kein anderer
Investor mehr einsteigen will. Dabei unterscheidet sich der
Antizykliker aber nur im Verkaufszeitpunkt von den anderen Anlegern!
Ist er einmal engagiert, sollen sich andere Investoren seiner
Meinung anschließen und den Kurs nach oben bewegen. Nehmen wir z.B. Yahoo: prognostiziertes Gewinnwachstum im nächsten Jahr rund 25%, sagen wir 30% - Kursgewinnverhältnis 182! Wer der Meinung ist, den jüngsten Kurseinbruch als Kaufgelegenheit zu nutzen sollte sich genau überlegen was er tut...! Oder würden sie einen super Neuwagen, sagen wir einen Toyota Carina Neuwert 30000 DM, für 180.000 DM kaufen? Viele Experten sehen dieses Mißverhältnis natürlich auch. Das Problem ist jedoch, keiner kann sagen, wann es zu der Neubewertung kommt. Bis dahin wird man die Bewertung ignorieren und andersdenkende Stimmen verspotten. Der Erfolgsdruck zwingt viele Fondsmanager zu risikoreichen New-Economy-Investments. Nennen wir es "IBM-Phänomen": noch kein Fondsmanager wurde gefeuert, weil er IBM gekauft hat. Kauft er Titel die "in" sind und sie brechen ein, ist das OK - investiert er hingegen antizyklisch, investiert also in unbeliebte Unternehmen und liegt einmal falsch, kann das böse Konsequenzen haben. Das sich dieses Andersdenken langfristig jedoch auszahlen kann, haben Menschen wie Kostolany oder Buffet eindrucksvoll gezeigt. Aber nun genug der Markpsychologie - es ist an der Zeit dieses "Andersdenken" zu konkretisieren. Wann ist ein Unternehmen so stark unterbewertet, daß es zum antizyklischen Investment wird? Wie kann man die Bewertung eines Unternehmens objektiv beurteilen und sie mit Konkurrenzunternehmen vergleichen? Der Kursverlust Antizyklische
Investoren kaufen unverhältnismäßig stark eingebrochene
Aktien. Ein starker Kursverlust ist folglich die entscheidende
Grundbedingung für ein antizyklisches Investment. Viele erfolgreiche
antizyklische Investoren handeln nach der 50-Prozent-Verlust Regel.
Für sie ist mindestens ein 50-prozentiger Kursverlust für
einen Einstieg nötig. Dies hat den Vorteil, daß man
sicherstellt, daß die Mehrzahl der Investoren der Aktie
gegenüber bärisch eingestellt ist. Außerdem umgeht
man damit unnötige emotionale Einflüsse. Neben dem Kursverlust
sollte mein antizyklisches Investment noch folgende charttechnische
Kriterien erfüllen:
Die
Aktie sollte ein neues Jahrestief erreicht haben(eine Aktie, die
in den letzten 52 Wochen 500% gestiegen ist und jetzt um 50% einbricht,
ist für mich natürlich kein antizyklischer Kandidat).
Die
Aktie sollte ein "gesundes Leben" vor dem Einbruch aufweisen
können (von Aktien, die seit 10 Jahren konstant fallen, halte
ich sehr wenig).
Die Aktie sollte einen charttechnischen Boden gefunden haben (dass es sich lohnt, darauf zu warten, zeigt die folgende Tabelle, da eine Bodenbildung oft mit einer hohen relativen Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt einhergeht). Ein
Kursverlust allein reicht natürlich noch nicht aus, um
ein antizyklisches Investment auszumachen. Die folgende Tabelle
veranschaulicht, wohin ein stupides investieren in die am stärksten
eingebrochenen Aktien führen würde:
In dieser Studie untersuchte James P. O'Shaughnessy alle an der NYSE gehandelten Aktien(Marktkapitalisierung>150 Mio. Dollar, inflationsbereinigt) vom 01.01.1951 bis zum 31.12.1996. Jedes Jahr bildete er aus allen Aktien zehn, der Realativen Stärke zugeordnete, gleich große Gruppen. Das Resultat der Studie: Eine pauschale Investition in die Aktien, die den größten Kursverlust aufweisen, führt in den Sicheren Ruin. Quelle: James P. O'Shaughnessy Kurs-Gewinn-Verhältnis (Price-Earning-Ratio PER) Eine
der umstrittensten fundamentalen Kennzahlen im antizyklischen
Zusammenhang ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis(KGV). Jedes Unternehmen
möchte auf Dauer Gewinn erwirtschaften. Es benötigt Gewinn
um Schulden zu bezahlen, Gewinn um zu expandieren und Gewinn
um neue Forschungen zu finanzieren. Unternehmen, die langfristig
keinen Profit machen, werden bankrott gehen und vom Markt
verschwinden. Ein langfristiger Gewinn ist die Grundvoraussetzung
für einen steigenden Aktienkurs. Was liegt also näher, als
ein Unternehmen nach dem Gewinn zu beurteilen? Nichts anderes
ist das KGV: Es errechnet sich aus dem aktuellen Kurs, dividiert
durch das aktuelle Ergebnis je Aktie. Was die Berechnung angeht,
existieren zahlreiche Variationen: einige Analysten benutzen
nicht das prognostizierte Jahresergebnis, sondern die Summe
der letzten vier Quartalsergebnisse. Vor allem in Deutschland
ist es gebräuchlich, die erwarteten Gewinne des folgenden
Jahres zu verwenden. Solange man die zu erwartenden Gewinne
richtig einschätzt, ist diese Berechnung möglich
- doch wer kann den Gewinn schon sicher prognostizieren? Gewinnwachstum: Langfristig und abgesehen von Phasen der Über- oder Untertreibung wird das KGV in etwa dem Gewinnwachstum der Unternehmen gleichen. Das bedeutet, daß Anleger für schneller wachsende Unternehmen, einen höheren Preis in Kauf nehmen. Aber Vorsicht: es ist gefährlich für Wachstum einen zu hohen Preis zu bezahlen.
Markt-KGV: es bietet sich an, das Markt- und Konkurrenz-KGV
zu betrachten. Weisen z.B. vergleichbare Unternehmen sehr
viel höher oder sehr viel niedriger KGV’s auf, könnte das
ein Indikator für Über- oder Unterbewertungen sein. Hinweis:
Der direkte Unternehmensvergleich ist nur innerhalb der gleichen
Branche und innerhalb eines geographischen Gebietes aussagekräftig.
Andere Länder und andere Branchen können eine andere KGV-Bewertung
aufweisen. (z.B. die traditionell hohe Bewertung japanischer
Unternehmen). z.B. Das KGV des S&P 500 betrug die letzten
120 Jahre durchschnittlich 14,1. Was ich von dem aktuellen
KGV von rund 25 halte, ist unter Jahresausblick
zu lesen.
Unternehmens-KGV der Vergangenheit: Ein Unternehmen mit einem KGV von 10 ist eher unterbewertet, wenn das Unternehmen in der Vergangenheit mit einem KGV von 20 bewertet wurde, als wenn es in der Vergangenheit ein KGV von 5 aufwies. Studien
belegen, daß sich Aktien mit niedrigen KGV’s durchschnittlich
besser entwickeln als Aktien mit hohen KGV’s:
In dieser Studie untersuchte James P. O'Shaughnessy alle an der NYSE gehandelten Aktien(Marktkapitalisierung>150 Mio. Dollar, inflationsbereinigt) vom 01.01.1951 bis zum 31.12.1996. Jedes Jahr bildete er aus allen Aktien zehn, dem KGV zugeordnete, gleich große Gruppen. Das Resultat der Studie: Hätte ein Investor jedes Jahr in das am niedrigsten bewertete Zehntel des Marktes investiert, hätte er eine jährliche Rendite von 17% erzielt. Das am höchsten bewertete Zehntel erreichte nur 13%. Die durchschnittliche Jahresrendite betrug im Beobachtungszeitraum 15%. Quelle: James P. O'Shaughnessy (zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch Roger Ibbotson in einer Studie vom 31.12.1966 bis zum 31.12.1984 mit allen an der NYSE gehandelten Aktien)
Sanjoy Basu, Wirtschaftsprofessor an der McMaster University, kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Auch er unterteilte die Aktien (500 an der NYSE gehandelte Wertpapiere, 1957-1971) jährlich in sechs, nach dem KGV geordnete, gleich große Gruppen. In jede Aktie wurde der gleiche Geldbetrag investiert. Die Haltezeit betrug ein Jahr. Auch in dieser Studie konnten die niedrig bewerteten Aktien die Rendite der hoch bewerteten Papiere deutlich schlagen. Neben den Renditen untersuchte Basu die Volatilität (und die Korrelation mit dem Gesamtmarkt = Beta) der Aktien. Es ist erstaunlich, daß die Aktien mit einem geringen KGV in dem Beobachtungszeitraum eine geringere Volatilität und somit geringere Risiken aufweisen. (Beta<1 = Aktie schwankt weniger stark als der Gesamtmarkt). Quelle Tweedy, Browne
Die Forscher Josef Lakonishok, Robert Vishny und Andrei Shleifer zeigen mit ihrer Studie (1968-1990, alle an der NYSE und AMEX gehandelten Aktien, jedes Depot wurde 5 Jahre lang gehalten und die Performance gemessen) nicht nur, daß günstig bewertete Aktien deutlich besser abschneiden als der Gesamtmarkt, sondern auch, daß es sich auszahlt, Aktien länger als ein Jahr zu halten. Die attraktivsten Renditen erreichten die unterbewerteten Aktien im dritten, vierten und fünften Jahr! Aus diesen Studien geht hervor, daß Aktien mit kleinen Kurs-Gewinn-Verhältnissen längerfristig deutlich besser abschneiden als hoch bewertete Aktien und dabei eine geringere Volatilität aufweisen. Das bedeutet höherer Profit bei kleinerem Risiko! (Weitere Studien zum Thema KGV) Weshalb ist diese Kennzahl gerade bei antizyklischen Investmentideen so umstritten? Die
Ursache liegt in der Natur dieser Unternehmen: Normalerweise
führen aktuelle oder zukünftige Gewinneinbrüche
zu antizyklischen Kursverläufen. Warum sonst sollte ein
Kurs so dramatisch fallen? Nehmen wir z.B. einen Gewinnrückgang
von 50 Prozent: bei konstantem Kurs wird sich das KGV automatisch
verdoppeln! Das Kurs-CashFlow-Verhältnis (Price to Cash-Flow) Cash-Flow ist der Mittelzufluß und -abfluß eines Unternehmens. Der CF kann positive und negative Werte annehmen, je nach dem ob ein Unternehmen mehr Mittelzu- oder mehr Mittelabflüsse aufweisen kann. Berechnet wird der Cash-Flow, indem man zum Nettoeinkommen des Unternehmens nicht bargeldbezogene Bilanzposten, wie Abschreibungen und Amortisation, hinzuaddiert. Einige Experten halten den CF für aussagekräftiger als den Gewinn, da dieser Abschreibungen und langfristige Rückstellungen mit berücksichtigt. Cash-Flow ermöglicht problembeladenen Unternehmen eine gründliche Sanierung, das Zahlen einer Dividende oder das Zurückkaufen eigener Aktien und sollte deshalb bei einer Unternehmens-Analyse mit berücksichtigt werden. Dividiert man den Kurs einer Aktie durch den Cash-Flow, erhält man das Kurs-CashFlow-Verhältnis(KCV). Ein Kurs-CashFlow-Verhältnis von 2 bedeutet zum Beispiel, daß der aktuelle Aktienkurs nach zwei Jahren aus dem Zahlungsmittelzufluß gedeckt ist. Unternehmen mit niedrigen KCV’s haben sich langfristig deutlich besser entwickelt als der Markt. Auch dies belegen verschiedene Studien:
In dieser Studie untersuchte James P. O'Shaughnessy alle an der NYSE gehandelten Aktien(Marktkapitalisierung>150 Mio. Dollar, inflationsbereinigt) vom 01.01.1951 bis zum 31.12.1996. Jedes Jahr bildete er aus allen Aktien zehn, dem KCV zugeordnete, gleich große Gruppen. Das Resultat der Studie: Hätte ein Investor jedes Jahr in das am niedrigsten bewertete Zehntel des Marktes investiert, hätte er eine jährliche Rendite von 18% erzielt. Das am höchsten bewertete Zehntel erreichte nur 12%. Die durchschnittliche Jahresrendite betrug im Beobachtungszeitraum 15%. Quelle: James P. O'Shaughnessy
Die
Professoren Josef Lakonishok, Robert Vishny und Andrei Shleifer
untersuchten neben dem KGV auch das KCV und kamen zu folgenden
Resultat(Studienumfang/zeitrahmen analgo zur KGV-Studie):
Unternehmen mit kleinen KCV's erreichen, vor allem langfristig,
höhere Renditen als hochbewertete Titel.
Aus
diesen Studien geht hervor, daß Aktien mit kleinen Kurs-CashFlow-Verhältnissen
längerfristig deutlich besser abschneiden als hoch bewertete
Aktien und dabei eine geringere Volatilität aufweisen.
Das bedeutet höherer Profit bei kleinerem Risiko! (Weitere
Studien zum Thema KCV) Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (Price to Book)
Im Gegensatz zum KGV/KCV stellt man beim Kurs-Buchwert-Verhältnis
nicht den Gewinn, sondern den Substanzwert des Unternehmens
ins Verhältnis zum Aktienkurs. Der Buchwert errechnet sich aus
der Summe der Vermögensgegenstände minus alle Verbindlichkeiten
minus immaterielle Vermögensgegenstände. Kurz: Der Buchwert
ist in etwa der Unternehmenswert im Falle seiner Liquidation.
Teilt man den aktuellen Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie,
erhält man das KBV, einen Maßstab ob eine Aktie, gemessen am
Substanzwert des Unternehmens, billig oder teuer ist. Auch hier
gilt die Regel: je niedriger das KBV, desto günstiger ist das
Unternehmen bewertet.
In dieser Studie untersuchte James P. O'Shaughnessy alle an der NYSE gehandelten Aktien(Marktkapitalisierung>150 Mio. Dollar, inflationsbereinigt) vom 01.01.1951 bis zum 31.12.1996. Jedes Jahr bildete er aus allen Aktien zehn, dem KBV zugeordnete, gleich große Gruppen. Das Resultat der Studie: Hätte ein Investor jedes Jahr in das am niedrigsten bewertete Zehntel des Marktes investiert, hätte er eine jährliche Rendite von 19% erzielt. Das am höchsten bewertete Zehntel erreichte nur 14%. Die durchschnittliche Jahresrendite betrug im Beobachtungszeitraum 15%. Quelle: James P. O'Shaughnessy
In
dieser Studie(1970-1981) wurden aus 7000 Unternehmen alle
Aktien mit einem KBV kleiner 1,4 herausgefiltert und einer
dieser neun Gruppen zugeordnet. Nach einer dreijährigen
Haltezeit erreichten die Aktien alle höhere Wertzuwächse
als der S&P500(Dreijahresrendite 27 Prozent). Dies zeigt,
daß es sich lohnt, in Unternehmen zu investieren, die
weit unter ihrem Buchwert gehandelt werden. Aus
diesen Studien geht hervor, daß Aktien mit kleinen Kurs-Buchwert-Verhältnissen
längerfristig deutlich besser abschneiden als hoch bewertete
Aktien und dabei eine geringere Volatilität aufweisen.
Das bedeutet höherer Profit bei kleinerem Risiko! (Weitere
Studien zum Thema KBV) Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (Price to Sales) Wie
der Name schon sagt, wird beim KUV der Umsatz ins Verhältnis
zum Aktienkurs gesetzt. Das bedeutet, daß man ihn erhält, indem
man den Aktienkurs durch den Umsatz je Aktie dividiert. Ken
Fischer nennt das KUV den "besten Indikator für
die Popularität einer Aktie", James O'Shaughnessy
hält sie für die aussagekräftigste Unternehmenskennzahl
überhaupt, den "König der wertorientierten
Kennzahlen" schlechthin. Studien belegen nicht nur,
dass Unternehmen mit niedrigen KUV-Werten besser abschneiden
als der Gesamtmarkt, sondern auch dass Investitionen in hochbewertete
Unternehmen buchstäblich bestraft wurden:
In dieser Studie untersuchte James P. O'Shaughnessy alle an der NYSE gehandelten Aktien(Marktkapitalisierung>150 Mio. Dollar, inflationsbereinigt) vom 01.01.1951 bis zum 31.12.1996. Jedes Jahr bildete er aus allen Aktien zehn, dem KBV zugeordnete, gleich große Gruppen. Das Resultat der Studie: Hätte ein Investor jedes Jahr in das am niedrigsten bewertete Zehntel des Marktes investiert, hätte er eine jährliche Rendite von 19% erzielt. Das am höchsten bewertete Zehntel erreichte nur 8%. Die durchschnittliche Jahresrendite betrug im Beobachtungszeitraum 15%. Quelle: James P. O'Shaughnessy Aus
dieser Studie geht hervor, daß Aktien mit kleinen Kurs-Umsatz-Verhältnissen
längerfristig deutlich besser abschneiden als hoch bewertete
Aktien und dabei eine geringere Volatilität aufweisen.
Das bedeutet höherer Profit bei kleinerem Risiko! (Weitere
Studien zum Thema KUV) Dividendenrendite (Dividend Yield) Viele
Unternehmen zahlen eine jährliche, einige auch eine vierteljährliche
Dividende aus. Mit 100 multipliziert und durch den Aktienkurs
dividiert, ergibt sie die aktuelle Dividendenrendite. Für
Fundamental-Analysten war sie vor allem Anfang der 60er Jahre
die entscheidende Unternehmenskennzahl. Ich persönlich
halte von der Dividendenrendite als Ertragsgrösse sehr
wenig. Zum einen muß ich Dividendenerträge versteuern
und zum anderen was nützt mir eine Dividendenrendite von
2%, wenn der Aktienkurs selbst täglich um ein bis zwei
Prozent schwankt?!? Außerdem sinkt der Aktienkurs am Auszahlungstag
oft sowieso um den Betrag der Dividende - eine Anlageentscheidung
allein von der Dividendenrendite abhängig zu machen, halte
ich folglich für unsinnig. Das man sie dennoch in eine
Analyse einbeziehen sollte, hat zwei gute Gründe: einerseits
sollte man die Dividendenentwicklung der vergangenen Jahre betrachten.
Solide Unternehmen zahlen oft eine kontinuierlich steigende
Dividende - Ausfälle oder Dividendenkürzungen werden
von Investoren nicht gern gesehen. Auf der anderen Seite bewirken
starke Kurseinbrüche unter Umständen phantastisch
hohe Renditen. Zahlt ein Unternehmen z.B. eine Dividende von
2% und der Aktienkurs viertelt sich, springt die Dividendenrendite
auf 8%! Während sich kein Vorteil aus einer Investition
in die dividendenstärksten Aktien des Gesamtmarktes beobachten
läßt,
James
P. O'Shaughnessy zeigt in dieser Studie(1951-1996, Depotneuorganisation
jeweils nach Periodenlänge, alle amerik. Aktien mit einer
Marktkapitalisierung>150 Mio.$), dass sich eine Investition
in die dividendenstärksten Unternehmen aus der Grundgesamtheit
"Alle Aktien" nicht auszahlt. Quelle:
James P. O'Shaughnessy zahlt
sich eine Investition in die dividendenstärksten Aktien
der Grossunternehmen sowohl kurz- als auch langfristig aus:
James P. O'Shaughnessy zeigt in dieser Studie(1951-1996, Depotneuorganisation jeweils nach Periodenlänge, 16% der größten amerikanischen Unternehmen), dass sich eine Investition in die dividendenstärksten Unternehmen aus der Grundgesamtheit "Grosse Aktiengesellschaften" auszahlt. Quelle: James P. O'Shaughnessy Zusammenfassung der Fundamentalkennzahlen Zusammenfassend
läst sich folgendes eindeutig sagen: Eine Investition in
Aktien mit niedrigen KUV, KBV, KCV und KGVs hat sich empirisch
als sinnvoll herausgestellt, wohingegen Engagements in Wertpapiere
mit hohen fundamentalen Kennzahlen unrentabel sind:
Insider sind Manager und Aufsichtsratsmitglieder die Einblick in unternehmensinterne Daten haben und damit natürlich auch die Zukunft eines Unternehmens besser prognostizieren können als außenstehende Investoren. Die SEC (amerikanische Börsenaufsicht) zwingt Insider dazu, ihre Transaktionen(rund ein Monat Verzögerung) zu veröffentlichen. Diese Daten beziehe ich in meine Aktienanalyse grundsätzlich mit ein. Insider setzen nicht freiwillig ihr eigenes Vermögen aufs Spiel, wenn dem Unternehmen der Konkurs droht. Beginnen Insider, nach einem kräftigen Kursverlust, wieder zu kaufen, ist dies ein sehr gutes Zeichen. Sie rechnen offensichtlich mit einer Trendwende - und wer kann dies besser beurteilen als wohlinformierte Unternehmensmanager? Studien von den Professoren Bettis, Vickrey, Pettit, Venkatesh, uva. belegen eindeutig, daß Insider mit ihren Transaktionen besser abschneiden als der Markt, vor Kursanstiegen oft einsteigen und daß Insiderverkäufe oft Kurseinbrüchen vorauseilen. Investitionsbedingungen Diese fundamentalen Kennzahlen sollten darüber Aufschluß geben, ob ein Unternehmen unterbewertet ist oder nicht. Um hinderliche, persönliche Emotionen völlig auszuschließen und um sicherzustellen, daß man ein Unternehmen wirklich zum Spottpreis erwirbt, ist es hilfreich Mindestwerte für KGV, KBV, usw. festzulegen. Die weiter oben behandelten Erkenntnisse einbeziehend, verwende ich folgende erste Selektionskriterien:
Noch
ein Hinweis zu den Beiden Nebenregeln, die Marktkapitalisierung
und den Aktienkurs betreffend: Damit möchte ich Penny-Stock-Investments
vermeiden. Da diese Seite öffentlich zugänglich ist,
könnte man mir Push-Versuche unterstellen. Außerdem
bereitet ein Engagement in Unternehmen mit zu kleinen Umsätzen
oft nur unnötige Schwierigkeiten.
Kurz gesagt, kann man dieser Grafik folgendes entnehmen: Laut O'Shaughnessy ist ein Engagement in Kleinst-Aktien nicht sinnvoll, da man u.a. mit einer deutlich höheren Volatilität rechnen müsste. Dies ist nicht ganz korrekt, da man die erhöhte Standardabweichung auf die positiven Ausreißer zurückführen kann. Betrachtet man sich die schlechtesten Jahresergebnisse der Kleinst-Aktien, sind diese nicht signifikant schlechter als die "BlueChips"(Nummer 7). Die durchschnittlichen Jahresrenditen der Kleinst-Aktien sind jedoch bedeutend höher als bei den Gruppen 2-7 (Weitergehende Informationen zu diesem Thema sind im Forum zu finden). An dieser Stelle beginnt die eigentliche Unternehmensanalyse. Fundamentale Kriterien wie KGV und KBV sagen nur sehr wenig über das Unternehmen selbst aus. Ich möchte wissen, in welche Firma ich investiere, welche Produkte sie herstellt, wie ihre Zukunftsaussichten sind, was der Grund für den Kurseinbruch ist und wie hoch das Konkursrisiko eingeschätzt werden kann. Als
ersten Schritt bietet es sich an, das Unternehmen zu kontaktieren
und einen Jahresabschluß anzufordern. Es ist immer wieder
faszinierend, wie unterschiedlich die einzelnen Firmen mit ihren
Aktionären umgehen! Wird die Anfrage ignoriert oder erst
stark verzögert bearbeitet, ist das jedenfalls kein gutes
Zeichen. Bilanzanalyse Da
ich überwiegend US-Unternehmen betrachte und deutsche Firmen
seit 1998 auch nach US-Standards bilanzieren dürfen und
dies auch fleißig tun, werde ich mich bei folgenden Ausführungen
maßgeblich auf die US-GAAP(General Accepted Accounting
Principles)-Regeln stützen. Im Gegensatz zur Bilanzierung
nach dem deutschen HGB, das durch unsere bankendominierende
Geschichte den Gläubiger eines Unternehmens(also die Banken)
zu schützen versucht, stehen beim US-GAAP-Standard die
Interessen das Aktionärs im Mittelpunkt. In einigen Punkten
wie z.B. bei Rückstellungen, Goodwill und unrealisierten
Gewinnen, existieren zwischen den beiden Bilanzierungsvorschriften
erhebliche Unterschiede, der überwiegende Teil ist jedoch
ähnlich. Kommen wir nun zu den Bestandteilen eines Jahresabschlusses. Er enthält die Bilanz(Balance sheet), die Gewinn- und Verlustrechnung(Income Statement), den Anhang(Notes), die Eigenkapitalentwicklung(Statement of Changes in Shareholder`s Equity) und die Kapitalflussrechnung(Statement of Cash-Flows). Was ist eine Bilanz? Eine Bilanz ist eine Vermögensaufstellung eines Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag. Die Nachfolgende Darstellung und der aus dem italienischen stammende Name "bilanzia"(Waage) läßt vermuten, dass eine Bilanz zwei gleich gewichtete Seiten besitzt. Und dem ist auch so:
Auf
der linken Seite einer Bilanz(Balance sheet) finden wir
alle Vermögenswerte eines Unternehmens, die Aktiva(Assets).
Anders formuliert könnte man auch fragen: Wo ist das Kapital
eines Unternehmens investiert? Diese Vermögenswerte oder
Aktiva werden nach dem Grad ihrer Liquidierbarkeit sortiert.
Man beginnt oben links beim Anlagevermögen(Noncurrent
Assets), den Vermögenswerten die auf Dauer im Unternehmen
verbleiben sollen und nicht oder nur schwer liquidierbar sind.
Dazu zählt z.B. der Firmenwert, Grundstücke, Maschinen,
Büroeinrichtung, usw. Warum sind diese Positionen nur schwer
oder gar nicht liquidierbar also unverkäuflich? Zum einen
kann ein Unternehmen seinen Markennamen wie z.B. McDonalds oder
BMW nicht so einfach verkaufen, da dieser an das jeweilige Unternehmen
gebunden ist. Und zum anderen wird es für eine Firma X
schwierig werden, ihre betriebliche Produktion aufrechtzuerhalten,
wenn sie ihre Büros oder Werksfabriken verkauft... Da
Aktiva und Passiva den gleichen Sachverhalt auf nur unterschiedliche
Art und Weise darstellen, ist die Bilanzsumme auf beiden Seiten
gleich. Wer sich schon einmal mit US-Bilanzen beschäftigt
hat, wird festgestellt haben, dass sie sich optisch von unserer
Bilanzdarstellung in Kontenform unterscheidet. Die US-GAAP-Bilanz
ist schlichtweg die umgekehrte Tabellenform unserer Bilanz.
Man sortiert die Aktiva also nach sinkender Liquidierbarkeit
und die Passiva nach steigender Dauer der Verfügbarkeit.
Das sollte uns aber nicht abschrecken:
Bevor wir zur eigentlichen Bilanzanalyse kommen, ist es notwendig, dass wir uns auch die Gewinn- und Verlustrechnung(Income Statement) ansehen. Die GuV ist das Erfolgskonto der Bilanz. Den Erträgen werden alle Ausgaben innerhalb eines bestimmten Zeitraumes gegenübergestellt und saldiert. Damit ist die GuV im Gegensatz zur Bilanz eine Zeitraumrechnung. Es ergibt sich entweder ein Gewinn oder ein Verlust. Nach dem deutschen Recht gibt es zwei mögliche Verfahren: das Gesamtkostenverfahren und das Umsatzkostenverfahren. Da nach US-GAAP das Umsatzkostenverfahren vorgeschrieben ist, werde ich nur dieses betrachten:
US-GAAP zwingt Unternehmen außerdem zum Ausweis des Ergebnisses pro Aktie. Dies läßt sich folgendermaßen berechnen: Jahresergebnis/handelbare Aktien (genauer: Jahresergebnis ohne Dividenden an Vorzugsaktien; Durchschnitt der handelbaren Aktien über einen Zeitraum). Unter EPS Diluted versteht man folgendes: es könnten durch z.B. Bezugsrechte weit mehr Stammaktien existieren als im Moment gehandelt werden. Würde man alle diese Rechte ausüben und teilt das Jahresergebnis durch diese Zahl, erhält man das EPS Diluted. Diese Theorie sollte für den Anfang genügen. Kommen wir deshalb zur eigentlichen Analyse und beginnen damit, die Unternehmenslage genauer zu hinterfragen. Gerade für antizyklische Investoren sind zwei Dinge besonders wichtig: zum einen die Liquidität, denn die Konkursgefahr soll möglichst niedrig bleiben und zum anderen die Rentabilität, denn ohne diese Größe ist eine faire Bewertung und die damit verbundene Kursziel-Setzung nicht möglich. Liquidität
- sie ist die Grundvoraussetzung schlechthin für jedes
Unternehmen. Liquide zu sein, bedeutet die notwendigen Produktionsfaktoren
bezahlen zu können, sie ermöglicht es dem Unternehmen,
seine Angestellten zu bezahlen und andere laufende Rechnungen
wie Strom und Wasser zu begleichen. Firmen, deren Liquiditätslage
bedroht ist, haben schwerste Probleme und werden langfristig
den Unternehmensbetrieb nicht aufrecht erhalten können
und Konkurs anmelden. 1. Current Ratio Zu
erst bietet es sich an, das Umlaufvermögen mit den kurzfristigen
Verbindlichkeiten ins Verhältnis zu setzen. Wie schon oben
erwähnt, kann ein Unternehmen zur Deckung seiner kurzfristigen
Schulden im Normalfall kein Anlagevermögen verwenden. Es
hat nur das verkäufliche Umlaufvermögen zur Hand.
Grundsätzlich kann man deshalb sagen, dass jedes Unternehmen
seine kurzfristigen Schulden mit Hilfe des Umlaufvermögens
decken können sollte. Das bedeutet ein Current Ratio von
größer 1, besser 1.5. Werte kleiner eins signalisieren,
dass ein Unternehmen seine kurzfristigen Schulden nicht mehr
bezahlen kann und in Liquiditätsschwierigkeiten ist. 2. Quick Ratio Es wird berechnet, indem man die Vorräte vom Umlaufvermögen abzieht und durch das kurzfristige Fremdkapital dividiert. Ist das Ergebnis größer eins, können die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus den wirklich kurzfristig liquidierbaren Vermögensteilen bezahlt werden. Werte kleiner eins signalisieren Gefahr! Auch hier ist wieder ein Vergleich mit der historischen Entwicklung und der Konkurrenz angebracht. 3. Working Capital Beschäftigt man sich mit der Liquiditätssituation, lohnt sich ein Blick auf das Working Capital. Working Capital ist das Geld eines Unternehmens, das in liquider Form für den Geschäftsbetrieb und für das zukünftige Wachstum zur Verfügung steht. Es ist das Potential zur Finanzierung weiterer langfristiger Vermögensbestandteile und sollte auf alle Fälle positiv sein. Ist das Current Ratio größer eins, ist auch das WC positiv. Man berechnet es indem man das kurzfristige Fremdkapital vom Umlaufvermögen abzieht. Ein Vergleich mit anderen Unternehmen wird möglich, wenn man das WC durch die Marktkapitalisierung dividiert. 4. Return On Equity / Return On Investment Nachdem wir uns mit einigen Kennzahlen zur Liquidität beschäftigt haben, ist es nun an der Zeit zu überprüfen, ob unser Unternehmen profitabel arbeitet. Vielleicht ist eine an den Fundamental-Kennzahlen gemessene, günstige Bewertung durch eine extrem schlechte Rentabilität gerechtfertigt? Kommen wir deshalb zu den wichtigsten beiden Rentabilitätskennzahlen. Beginnen
wir mit dem ROE. Diese Kennzahl entspricht der Eigenkapitalrentabilität.
Man errechnet sie indem man den Jahresüberschuß durch
das Eigenkapital dividiert. Das Ergebnis ergibt die Rendite
die mit einem ursprünglich von den Aktionären eingezahlten
Dollar erzielt wird. Ein direkter Vergleich zwischen zwei Unternehmen
ist jedoch nur selten möglich, da unterschiedliche Verschuldungsgrade
das Bild verzerren: Nehmen wir z.B. zwei Unternehmen, die beide
einen Jahresüberschuß von 10$ bei einer Bilanzsumme
von 100$ erwirtschaften. Unternehmen A hat keine Schulden(EK=100$)
und Unternehmen B hat 50$ Schulden, also ein Eigenkapital von
50$. Vergleichen wir jetzt die beiden EK-Renditen, kommen wir
bei Unternehmen A auf 10 Prozent und bei Unternehmen B auf 20
Prozent. Und das obwohl beide Unternehmen den gleichen Gewinn
mit dem gleichen Kapitaleinsatz erwirtschaften. Man nennt dies
Leverage-Effekt, d.h. mit steigender Verschuldung steigt die
EK-Rendite. Warum es sinnvoll ist, sich mit diesen Zahlen zu beschäftigen, zeigt folgendes Beispiel: Das dargestellte Unternehmen konnte in der Vergangenheit ein konstantes Gewinnwachstum von 30 Prozent erzielen! Aktuell ist es mit einem KGV von 15 bewertet und wir halten es(wir gehen davon aus, dass das KGV in etwa dem Gewinnwachstum entsprechen sollte) für ein Schnäppchen. Betrachten wir uns nun den ROI. Der Jahresüberschuß von 1996 entspricht einer Gesamtkapitalverzinsung von gerade einmal 10 Prozent. Und das ist nicht die schlimmste Nachricht, denn obwohl der Gewinn stets um 30 Prozent gewachsen ist, ist die GK-Rendite von 10 auf 6 Prozent gefallen und hat sich damit fast halbiert. Während 1996 aus einem Dollar noch 10 cents erwirtschaftet werden konnten, sind es 1999 gerade einmal 6 cents. Das einstige Schnäppchen wird damit sehr schnell unattraktiv.
Hier ist noch einmal eine Zusammenfassung der meiner Meinung nach wichtigsten Kennzahlen der Bilanzanalyse. Diese Liste ist ganz sicher nicht vollständig, als Einführung aber sicher ausreichend:
Neben
diesen Kennzahlen ist es gerade bei antizyklischen Aktien angebracht,
die Bilanzen der Vergangenheit mit der aktuellen Bilanz zu vergleichen.
Welche Positionen haben sich stark verändert und wo liegen
die Ursachen? Sind z.B. die Forderungen, die Abschreibungen
oder die kurzfristigen Verbindlichkeiten eines Unternehmens
stark angestiegen? Haben sich die Größenverhältnisse
der einzelnen Positionen verändert, ...? Fazit Bilanzanalyse: Diese Ausführungen sind keinesfalls vollständig - sie sollen dem privaten Investor nur als Einführung in diese Thematik dienen und ihm eine Anlageentscheidung ohne zu große Mühen erleichtern bzw. auf eventuelle Risiken hinweisen. Man kann, und das ist ein Vorteil der Bilanzanalyse, den Zeit und Analyse-Zeitraum bis nahezu ins Unendliche ausdehnen; allein für den ROI/ROIC gibt es duzende unterschiedliche Berechnungsmöglichkeiten - in wie weit dies sinnvoll ist, möchte ich hier lieber nicht beurteilen. Zahlreiche Analysten zeigen uns mit ihren verfehlten Prognosen und Einschätzungen immer wieder aufs Neue, dass auch die Bilanzanalyse nicht immer vor Fehleinschätzungen schützen kann! Risikomanagement Diese
Strategie ist natürlich nicht perfekt. Nicht alle problembeladenen
Unternehmen werden einen Weg aus der Krise finden: einige werden
Konkurs anmelden und andere werden sich unter Umständen über
Jahre hinweg auf der Stelle bewegen. Das erfordert ein striktes
Depot- und Risikomanagement, bestehend aus Diversifikation, Stop-Kursen
und Verkaufsregeln.
Diversifikation Gerade
bei antizyklischen Investments ist eine Risikostreuung unbedingt
erforderlich. Alles auf eine Karte zu setzen, könnte tödliche
Folgen haben. Deshalb verteile 50 Prozent meines Depots auf ca.
8 antizyklische Einzelinvestments. Damit wird keine Aktie zum
Kaufzeitpunkt mehr als 7 Prozent meines Gesamtdepotwertes ausmachen.
Die restlichen 50 Prozent investiere ich aus Zeitgründen
in die weltweit besten Fonds(näheres zur Fondsauswahl folgt
in Kürze). Um regionalen Krisen oder temporären Erscheinungen
(z.B. erhöhter Ölpreis) entgegenzuwirken, lege ich auch
einen großen Wert auf eine breite Branchen- und Standortdiversifikation.
Fällt
eine Aktie um ca. 25% unter den Einstandskurs, wird das Wertpapier
über einen Stop-Loss-Auftrag automatisch verkauft. Da keiner
meiner Werte über 7 Prozent des Depots ausmacht, beschränke
ich damit das Verlustrisiko pro Einzelinvestment auf ca. 1,75
Prozent. Sollte diese Aktie wieder steigen und die fundamentale
Situation ist unverändert gut, werde ich knapp oberhalb des
ersten Einstandskurses wieder einsteigen. Mit dieser Strategie
entgehen mir vielleicht ein paar Prozent Gewinn aber dafür
kann ich einen Totalverlust zu 100% ausschließen! So umstritten
Stop-Kurse auch sind, sie ermöglichen es, dass ich selbst
wenn ich mich bei 30 Prozent aller Anlageentscheidungen irre(=werden
ausgestoppt), noch Gewinne machen würde.
Verkäufe Verkaufen, darüber sind sich die Experten einig, ist viel schwieriger als kaufen. Befindet sich eine Aktie gerade im Aufwärtstrend, möchte man weitere Kurssteigerungen nicht verpassen und zögert mit dem Verkauf. Kommt es zu kleineren Kursrückschlägen zögert man ebenfalls - man hofft auf kurzfristig bessere Kurse. Deswegen ist eine Verkaufsregel sehr empfehlenswert. Ich verkaufe eine Aktie sobald sie die fundamentalen Kriterien nicht mehr erfüllt. Sollte eine Aktie mehr als 10 Prozent meines Gesamtdepots ausmachen (entspricht einer kurzfristigen Kurssteigerung von ca. 50%) werde ich einen Teilverkauf tätigen, so dass ein gesunder Depotanteil von 5-8 Prozent wiederhergestellt ist. Das sichert mir einerseits erste Gewinne und reduziert andererseits das Verlustrisiko. Teilverkäufe haben auch einen entscheidenden psychologischen Vorteil: fällt eine Aktie nach dem Teilverkauf, freut man sich über die schon realisieren Gewinne; steigt die Aktie weiter, freut man sich darüber, noch nicht alles abgestoßen zu haben... Eine letzte Bitte... Sie
haben sich gerade durch unzählige Seiten purer Theorie
gequält! Ich frage Sie, wozu? Wollen Sie reich werden oder
ein bestehendes Vermögen vermehren? Nun zu meiner Bitte: Ich spende jedes Jahr 10 Prozent meiner Aktiengewinne - dieser Betrag tut nicht weh. Wenn Sie durch diese Seite, zum Beispiel durch diese Strategie, Gewinne machen, bitte ich Sie 10 Prozent dieser Gewinne zu spenden. Ob sie Kindern, anderen Ländern oder der Natur helfen wollen, müssen Sie entscheiden. Sie werden diesen Betrag nicht vermissen. Machen Sie sich selbst und anderen diese Freude. Wenn Sie mir eine anonyme E-Mail schicken, dass Sie etwas gespendet haben, werde ich mich freuen - Sie sehen, spenden macht alle glücklich :-) (Diese Bitte richtet sich an alle Leser, egal ob Sie jährlich zehn oder zehn Millionen Mark mit Aktien verdienen) In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg an der Börse und im Leben.
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